Naturschutz hier seit

Waldbiotop Harratried

Lage

Harratried, alte trocken gelegte Argenschleife.


Größe

17.891 m²


Inhalt

Beschreibung: Der Kahlschlag auf ca. 90% der Fläche, wurde durch Sturm und Käfer am Südhang veranlasst, bis dahin war dort reiner Fichtenbestand. An den Flurstücksrändern (auch im Tobel) steht Mischwald mit Buche im Hauptanteil. Der Tobel ist als FFH-Schutzgebiet ausgewiesen. Der Tobelfuß ist wie ein Flußmündungsfächer gestaltet.

Ende 2022 wurde eine benachbarte, ebenfalls von Kahlschlag betroffene Hanglage, zum Verkauf angeboten. 2022/23 waren die freien Mittel der Stiftung nicht ausreichend um sofort in Kaufgespräche einzutreten. Bis die potentielle Finanzierung der SWA stand, war das Grundstück an einen rein kommerziell orientierten Interessenten vergeben, der im Anschluss mit Fichte, Weißtanne und Lärche im Hauptteil aufgeforstet hat.

Durch unsere Interessebekundung war bei der dort agierenden Waldbesitzervereinigung unser Interesse an entsprechenden Waldflächen bekannt geworden, so dass wir eine Info bzgl. einer Kaufoption für eine nahe Fläche Mitte 2024 erhalten hatten.

Nach der Kontaktaufnahme mit dem Besitzer entwickelte sich eine konstruktive Diskussion zur Frage des weiteren Umgangs mit der Fläche, da auf dem Flurstück auch noch genutztes Grünland für die Landwirtschaft liegt. Eine Ausmessung dieses Teilstücks war durch die entstehenden Kosten für uns als SWA uninteressant. Die Lösung lag darin, für den noch bewaldeten „rechten Teil“ der Hangfläche einen Nießbrauch für die dort stehenden Fichten (Laubbäume sind ausgenommen) und einen Nießbrauch für das Grünland über 10 Jahre zu vereinbaren. Diese Lösung kam beiden Seiten entgegen. Es wurde keine teure Neuvermessung fällig und der Verkäufer kann bis zum wahrscheinlichen Ende seiner Landwirtschaft diese Flächen noch weiter nutzen. Der Kaufpreis berücksichtigte diese Einschränkungen seitens der Nutzung durch die SWA, hat aber den Vorteil, dass die Fläche mittelfristig sich für die Zielentwicklung der Fläche vergrößert.

Dedicated volunteers making a lasting impact
Dedicated volunteers making a lasting impact

Dieser Findungsprozess dauerte bis zum Notartermin ca. ein halbes Jahr.

Im Anschluss wurden in mehreren Terminen mit Unterstützung von Helfern der SWA, von Jugendlichen der WZK-Kliniken Wangen, des Fischereivereins Mosisgreut und vom Verein PfanzreWir aus Ravensburg die Initialaufforstung der Kahlfläche durchgeführt. Pflanzlöcher im Steilhang, Pflanzungen selber und Verbiss sowie Fegeschutz anbringen wurden in 5 Durchgängen abgearbeitet.

Den ersten Winter überstanden die meisten jungen Pflanzen relativ gut. Spannend wird es, wie der Dürresommer 2026 sich ausgewirkt hat.

Trotz Dürre und Hitze werden wir aber auf die natürliche weitere Sukzession der Fläche setzten. Klar ist, durch die zunehmenden Extremen des Wetters durch die Klimaerwärmung müssen wir mit mehr solchen Herausforderungen rechnen.

Der sich entwickelnde Hangschluchtwald bietet dann hoffentlich bald einen neuen Lebens- und Rückzugsraum für die dortigen Amphibien aus dem nahen Feuchtgebiet.

Ein geplanter „Himmelsteich“ am Auslauf des Tobelbaches zur ökologischen Aufwertung soll das Wasser auf der Fläche halten (für beide Extreme des Hoch- und Dürrewasserstandes) und ggf. auch zur Laichablage dienen. Dies steht aber erst noch die nächsten Jahre als Aufgabe an.