Naturschutz hier seit

Zukunftswald SKA

Der Stiftungswald ( StiftungsKApital=SKA ) oder auch „Zukunftswald“ genannt, liegt auf den Ausläufern des Waldburger Rückens kurz vor dem Übergang in das Becken des Wurzacher Rieds. Er kann als ein Ausläufer des „Altdorfer Waldes“, lediglich durch das Tal der Wolfegger Ach und Infrastruktur (Straßen) von diesem getrennt, betrachtet werden.

Historisch gesehen stellt der Rücken eine aus der letzten Eiszeit „zurückgebliebene“ Endmoräne sowie Ablagerungsfächer u.a. der Ur-Argen mit hohem Kiesanteil dar. Das drückt sich auch durch die in der Nähe befindliche Kiesgrube „Ziegelbach“ aus. Die Entfernung per Luftlinie beträgt ca. 1,5 km.

Lage

 Nahe Alttann bei Wolfegg.


Größe

50.451 m²


Natürlich vorkommender Baumbesatz:

Mäßig basenreicher Buchenmischwald z.T. Tanne 

Diese Baum-Arten würden hier von Natur aus hauptsächlich vorkommen

  • Rotbuche (Fagus sylvatica)

Diese Baum-Arten würden hier von Natur vereinzelt auch vorkommen

  • Weiß-Tanne (Abies alba)

  • Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus)

  • Esche (Fraxinus excelsior)

  • Trauben-Eiche (Quercus petraea)

  • Stiel-Eiche (Quercus robur)

Dieser Waldtyp entspricht in etwa dem FFH-Typ 9130

Bis auf die Weißtanne sind die anderen Baumarten vertreten.

Der Zukunftswald stellt somit schon heute weitestgehend den natürlich vorkommenden Waldtyp an diesem Standort dar.

Gekennzeichnet sind die beiden Teilflächen durch leichte Hanglage mit schwach ausgeprägtem Plateau. Die Böden sind waldbaulich ideal mit bester Humusqualität.

In dem vorhandenen Buchenbestand waren noch einige einzelnstehende ca. 120-140 Jahre alten Fichten vorkommend. Soweit von der örtlichen Situation her möglich haben wir diese entnommen und einer wirtschaftlichen Verwertung zugeführt. Die darunter schon stehende Buchennaturverjüngung kann sich dadurch bestens entfalten. Diejenigen Fichtenexemplare, welche inzwischen entweder durch Borkenkäfer oder Sturmereignisse zu stehendem oder liegendem „Totholz“ wurden, sowie nach der „Entnahme“ noch verblieben, wollen wir der Natur überlassen.

Totholzpatenschaften

Unsere Totholzpatenschaften unterstützen diesen finanziellen Verzicht der Verwertung dieser Fichten, sowie durch Sturmereignisse umgefallene Buchen, zugunsten der Artenvielfalt im Wald.

An zwei sehr kleinflächigen Standorten sind noch reine, z.T. sehr junge Fichtenreinbestände vorhanden. Sobald diese einer sinnvollen Verwertung zugeführt werden können, wollen wir dies tun, um die Fläche den standortgeeigneten Baumarten zur Verfügung zu stellen. Dies kann noch einige Jahr/e(-zehnte) dauern, bis sich die Gelegenheit dazu ergibt.

Grundsätzlich werden wir auf eine maschinelle Ernte der Bäume mittels Harvester und Rücketraktoren verzichten und motormanuelle Fällung mit Rückepferden wo immer möglich einsetzen.

Dies schont den Waldboden (Verdichtung des Bodens und der Kleinstlebewesen/Wasserspeicherung) und ergibt ca. 15-20% mehr Fläche durch Bestockung statt kahle Rückegassen.

Neben der Tatsache, dass wir auf diesen Flächen keinen ungeschützten Kahlhiebsboden erzeugen wollen, steht auch die Anforderung, das uns überlassene Geld (Zustiftungen) für den Waldkauf nicht vorsätzlich durch unwirtschaftliches Handeln zu „verschleudern“. Natürlich bleibt der Anspruch aber erhalten, auch auf diesen Flächen mittelfristig einen naturnahen, ökologisch bewirtschafteten Wirtschaftswald zu etablieren.

Fehlende Baumarten wie Weißtanne oder Eiche werden über das Ausbringen von Saatgut oder kleinen Setzlingen in den Bestand im Laufe der Jahre (Planung/Umsetzung 2026/27) eingebracht. Wir setzen auch hier, besonders z.B. bei den Eichen auf einen natürlichen „Keimprozeß“ des Saatgutes an den Stellen, die die ausgebrachten Eicheln durch ihre Keimung und Entwicklung bevorzugen.

Die ca. 0,5 Hektar große Sukzessionsfläche bleibt über die Grundbucheintragung für mindestens 25 Jahre ohne wesentliche Eingriffe der Natur überlassen. Wir erhoffen uns damit in der Zeit der Sukzession eine ausgeprägte Biodiversität, besonders an Arten, die von solchen Flächen in hohem Maße abhängig sind. Nach den 25 Jahren erhoffen wir uns einen besonders angepassten, starken und widerstandsfähigen Baumbestand zur weiteren Entwicklung unseres ökologischen Wirtschaftswaldes.

Der ca. 0,5 ha große „Bannwald“ soll sich ungehindert all die kommenden Jahrzehnte zu einem kleinen „Urwald“ entwickeln können, mit vielen Altbäumen, Naturverjüngung, stehendem und liegendem Totholz für das gesamte darauf angewiesene Artenspektrum der Flora, Fauna und Pilze.

Somit sind im Moment gute 20% der Waldfläche vollkommen der Natur überlassen und wir wollen damit die Vorbildfunktion eines bewirtschafteten Privatwaldes mit ökologischer Verantwortung auch praktisch leben.

Alttann und Ortsteil Molpertshaus:

Kaum jemand weiß, dass die nahe Umgebung mit einem der großen Kulturschaffenden und Hitlergegner der deutschen Geschichte zu tun hat. Berthold Brecht, bekannt u.a. für seine Dreigroschen-Oper, hat über seine Mutter, die aus Molpertshaus stammt, familiäre Verbindungen an diesen Ort. Es darf angenommen werden, dass er dank dieser Verbindung auch nahe oder im Stiftungswald vielleicht sogar ein Gedicht oder eine Oper verfasst hat. Uns würde es freuen, wenn dem so gewesen wäre…

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